ÜBER LUFTSTRIEGLER

… entstand 2008 die erste Tasche.

Flugbuch, Lizenzen, Stifte, Sonnencreme, Trinkflasche, Seidenschal sollte sie sicher beherbergen. Das Ganze recht praktisch, nicht zu groß und nicht zu klein, damit sie in jedem noch so kleinen Flugzeug ihren Platz finden kann. Nachdem am freien Markt nichts Entsprechendes zu finden war, musste sie halt selbst hergestellt werden. Zur Verfügung standen die Singer 411G meiner Mutter, ein abgelaufener Fallschirm vom Flugverein, betagte Flugzeuggurte, eine alte Flugzeugabdeckung und ein paar Aufnäher. Faden, Reißverschluss und Klett gabs im Nähkisterl meiner Großmutter. Dann wurde genäht.

Das Modell Nummer 1 von 2008.

Damals in der Küche genäht ist sie noch heute stets in Verwendung.

WIE WIR ARBEITEN

Seit 2020 fertigen wir unsere Produkte in sorgfältiger Handarbeit in der Werkstatt in Gumpoldskirchen an. Sie sind treue Weg- und Reisebegleiter: für den Weg zum nächsten Supermarkt oder für die Reise ans andere Ende der Welt. Damit sich ihre Besitzer richtig lange an ihnen erfreuen können, sind sie besonders dauerhaft. All unsere Produkte sind Unikate, weil wir die Individualität unserer Kunden schätzen. Bei der Verarbeitung setzen wir stets auf Industriestandards und investieren konsequent in moderne Werkzeuge sowie innovative Industriemaschinen und haben dabei auch ein Herz für bewährte Industrieklassiker. Mit unseren Maschinen unterschiedlichster Art vernähen wir Materialien von hauchdünn bis 14mm Stärke, besticken und bedrucken was das Zeug hergibt. Beim Nähzubehör setzen wir kompromisslos auf die Qualität namhafter und marktführender Hersteller, beispielsweise beziehen wir unseren Zwirn von Amann oder die Reißverschlüsse von YKK. Wir lieben nicht nur unsere Kunden, sondern mindestens ebenso unsere Lieferanten. Wir schätzen langfristige Beziehungen und konzentrieren uns daher auf wenige leistungsfähige Partner. Das sorgt einerseits für gute Nachschubstabilität, andererseits ermöglicht dies eine rasche Projektumsetzung. Um die Transport- und Beschaffungswege so kurz wie möglich zu halten, besorgen wir das Material großteils regional und in Österreich.

MATERIALIEN

Wir halten stets Ausschau nach abgelaufenen Fallschirmen, alten Armeezelten, Panzer- und Flugzeuzgpyjamas, Leder sowie sonstige (dicke) Materialien die etwas aushalten, einen angenehmen Griff haben und vernäht werden können. Die meisten Materialien haben schon eine recht lange Geschichte hinter sich und sind teilweise sogar über 70 Jahre alt. In der Verarbeitung sind sie zwar ab und an etwas widerspenstig und nicht immer einfach, aber wenn man sie gut behandelt und ihnen eine neue Aufgabe ermöglicht entstehen daraus spannende Unikate. Die Materialbeschaffung ist zwar nicht immer ganz einfach, aber doch recht aufwendig und das Ganze erfolgt in 3 Schritten.

SCHRITT 1:

DIE ROHSTOFFBESCHAFFUNG

Nach unzähligen Telefonaten, Internetrecherchen, Nachrichten und Mails geht es los zu Flugplätzen, Händlern, Teilebörsen etc. um die begeehrten Rohstoffe in Augenschein zu nehmen. Entscheidend bei der Auswahl sind das entstehende Gefühl bei bloßer Betrachtung sowie der Griff des Materials. Wenn es eine Geschichte hat, um so besser, wir schreiben sie später gerne fort.

SCHRITT 2:
DAS GROSSE ZERLEGEN

Einmal in Gumpoldskirchen angekommen werden die Rohstoffe bezüglich Herkunft und Alter erfasst. Mit einer ungefähren Vorstellung im Hinterkopf und recht scharfen Messern wird jedes Teil in verarbeitbare Portionen zerlegt, von Ösen, Gurten und was sonst noch dranhängt befreit und sortiert.

SCHRITT 3:

WASCHEN & AUFBEREITEN

Die portionierten Rohstoffe kommen zur Reinigung in die Waschküche des Vertrauens. Zurück in der Werkstatt eingetroffen werden sie aufbereitet, Löcher gestopft, geglättet, gebügelt in Form gebracht und was sonst noch im Zuge der Aufbereitung notwenig ist. Anschließend werden sie gerollt oder gefaltet und im Lager einquartiert. Ab nun ist das Material für die Weiterverarbeitung bereit und seine Geschichte kann fortgeschrieben werden.

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